Prinzess.chen
Lukas stand am Fenster, er schaute mit leerem Blick hinaus und sah unten auf den Straßen das unermüdliche Treiben der Menschen. Er dachte an die Zeit wo er selbst einer von ihnen war und nicht der, der er heute ist. Ihm wurde erst viel zu spät bewusst was er tat, um nicht zu sagen so spät das ein schritt zurück nur noch weitere Katastrophale dinge hervorbringen würde.
Mit einem letzten blick aus dem Fenster seines Apartments zog er sich in die Mitte seines Schlafzimmers zurück. Sein Zimmer war Ordentlich eingerichtet, alles hatte einen festen Platz und bei einem ersten besuch konnte man meinen das dies nicht der Raum eines jungen Mannes war, sondern ein Zimmer in einem Hotel, wo jeden Tag die Putzfrau vorbeikommt. Sein Apartment lag im 28. Stock und war verhältnismäßig groß, doch Lukas fühlte sich hier schon lange sehr eingeengt.
Er ging durch sein Schlafzimmer, immer wieder an dem Bett vorbei auf dem es geschah, er sah Sabrina noch immer da liegen. Nach Luft schnappend und mit Tränen der Angst in ihren großen Augen. Diesen Tag wird er niemals vergessen, denn dieser Tag veränderte sein Leben so Drastisch, dass er nicht mehr ein normaler Mensch ist.
Er sieht in sich selbst nur noch als Monster, einen Vagabunden der es nicht wert ist, dort zu Leben, wo andere Sterben. Der Gedanke machte ihn wahnsinnig, er rannte auf und ab, sah immer wieder auf das durchwühlte Bett. Er wischte sich über die Stirn und merkte, dass er schon so stark am Schwitzen war, dass seine Haare ganz Nass waren und auf der Stirn klebten. Als er den Schweiß auf seiner linken Hand ansah realisierte er welch ein wildes Zittern ihn ergriffen hatte. Er stieß einen langen Seufzer auf und ging ins Bad.
Doch er rannte sofort wieder hinaus, die Augen noch weiter aufgerissen, fast Panisch wirkte sein Blick. Er war schwer am Atmen, stolperte wie ein Blinder durch seine eigene Wohnung und fiel Schluss endlich auf den Boden. Dort blieb er einige Zeit regungslos liegen. Ganz allein war er in seiner dunklen Wohnung, das Licht hatte er schon vor einiger Zeit ausgemacht, weil ihm das sehr nervös machte. Er empfand das Licht wie ein strahlendes Auge, welches ihm in jede Ecke verfolgte und seine Seele und seine verworrenen Gedanken ausspionierte!
"Was tust du hier? Steh auf!", sagte er sich selbst und wendete sich auf den Rücken. Auch so blieb er einige Zeit sehr schwer atmend liegen bis er genug Kraft gesammelt hatte, langsam aufzustehen. Als er wieder stand überkam ihn erneut diese Zittern und dieser Schweißausbruch, denn er konnte direkt bis ins Bad schauen. "Das Bad!", schrie eine stimme furchtbar laut in seinem Kopf! Lukas wusste nicht was er tun sollte, am liebsten wäre er aus dem Fenster gesprungen und unten auf der Straße wie ein schwerer Stein aufgeschlagen. Doch konnte er es nicht so beenden, er durfte es nicht so beenden!
Er hatte einen Entschluss gefasst, er geht ins Bad und stellt sich dem, was ihm in diese Lage versetzt hat.
Ein Fuß setzte er vor dem anderen, er ging langsam, so langsam das in seinem Kopf die Stimme von Sabrina unerträglich laut wurde. Er konnte das Gurgeln wahrnehmen, das laute Röcheln nach Luft, die Tränen die über ihre Wangen schossen und in einem kleinen See endeten auf dem durchtränkten Kopfkissen. Er konnte ihren Körper sehen der sich unter den schmerzen wie ein Wurm wand und ihre Gliedmaßen die sie so verrenkte das sie in unmenschlichen und grotesken Posen eine Stellung einnahmen. Diese Bilder und die Stimme wurden immer Intensiver, immer wirklicher umso näher er dem Bad kam. Noch einen Schritt vom Bad entfernt war er wie in Trance, er lief ins Badezimmer ohne einmal die Bilder aus seinem Kopf verdrängt zu haben.
Jetzt stand er im Bad, die Stimmen und Bilder waren urplötzlich verschwunden. Ihm war schlagartig bewusst was nun zu tun war. Er ging auf die große weiße Badewanne zu und senkte wehmütig seinen Kopf. "Es tut mir leid.", fing Lukas leise an zu Wimmern. "Ich wollte das nicht, ich wollte nicht, dass es dir schlecht geht, das weißt du doch! HÖRST DU?", Lukas schrie, er fing an zu Weinen und seine stimme war, trotz seines Gebrülls, leise und furchtbar zitterig. "Aber du hast nein gesagt, da wurde ich böse, ganz doll böse. Du wolltest nicht mit mir spielen.", Lukas ging neben der Badewanne auf und ab und gestikulierte wild mit den Händen. "Mama hatte mich immer gewarnt, sie sagte, Lukas, sagte sie. Pass auf, mit wem du dich einlässt, es gibt Menschen die ganz arg Böse und gemein sind."
Lukas setzte sich auf den Rand der, bis zum Rand gefüllten, Wanne und hielt eine Hand in das kalte Wasser. "Du warst erst so lieb zu mir, doch als du nein sagtest wurde ich böse, da musste ich dir wehtun. Ich merkte, dass du auch ein gemeiner Mensch bist." Langsam senkte er sich in die Mitte der Badewanne, wo er etwas mit seinen braunen Augen genau beobachtete. "Als du dann auch noch anfingst zu Weinen und zu Schreien habe ich noch mehr angst bekommen. Da wurde mir einfach ganz doll klar, das du damit aufhören musst.
Aber ich sage dir jetzt was, aber verrate es niemanden. Eigentlich wollte ich das Messer gar nicht in deine Kehle rammen. Das war ein doofer Zufall!", Lukas fing an zu Lachen. Seine Stimmung wechselte schnell, vor einigen Minuten war er noch Panisch vor Angst und jetzt war er am Lachen. Er streckte seine Ahnd aus und zog etwas aus dem Wasser. Es war Sabrina, sie lag seit 3 Wochen dort, ihr Körper war aufgequollen und die Verwesung hatte bereits begonnen. An ihrer Kehle war ein tiefer Schnitt zu erkennen. Lukas zog sie ganz heraus und packte ihren nassen, aufgedunsenen Körper und sprang mit ihr durch's Bad. "Jetzt kannst du niemals gehen, es war schon richtig dich hier zu lassen, weil sonst wären wir getrennt worden.
"Das habe ich gut gemacht, oder Mama?", Lukas schaute durch die Tür ins Wohnzimmer, wo ein Skelett auf einem Stuhl vor dem Fernseher saß, das einzige woran man erkennen konnte das dies mal eine Frau war, war ihr altes Kleid was in einem ungewöhnlich gutem Zustand war. Lukas tänzelte mit Sabrina ins Schlafzimmer und warf sie da auf's Bett. "Heute wirst du nicht nein sagen, keine Schreie die mich Wahnsinnig machen werden. Ich habe mich entschuldigt, mein Gewissen ist rein. Endlich bist du lieb! Wie schön, dass du meine wahre Liebe endlich erwiderst !"
Mit diesen Worten, stieg Lukas über den toten Körper und küsste der verwesenden sanft und liebevoll auf den Mund.

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